Erinnerung in Kokura, Kitakyushu (1970-1973)

Als ich 3 Jahre alt war, sind wir von Kokura Kitakyushu-Shi nach Yukuhashi-shi umgezogen. Ich erinnere mich nicht mehr, wie ich in Kokura gelebt habe.
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In 1998 war ich kurz in Japan und wollte unbedingt den Ort sehen, wo ich die ersten 3 Jahre gelebt habe und bin mit dem Auto dort hingefahren. Die Wohnung in Shimo-Itouzu, Kokura ist in der Nähe vom Zoo „Itozu-Dobutsuen“. Je näher ich der Wohnung kam, desto stärker wurden die Erinnerungen wach. Ich erinnerte mich, wie ich mit meiner Mutter vom Einkauf berghoch gelaufen war und das ich von einer Mauer in ein Wasserkanal gefallen war und so weiter….. Aber was für eine Enttäuschung: die Wohnung im 5. Stock war sehr alt und nicht gut gepflegt. Auch der Spielplatz war kleiner geworden, bzw. ich bin seit dem größer geworden. Auf dem Rückweg habe ich lange über die vergangenheit nachgedacht.
Erinnerung meiner Kinderzeit (1970-1989)
Die Stadt Yukuhashi-shi, Fukuoka liegt zwischen den Bergen und dem Meer und hat ca. 60.000 Einwohner. Es gibt eine sehr gute Zugverbindung zur Millionstadt „Kitakyushu-Shi“ in ca. 30 Minuten Fahrzeit mit der JR-Kyushu, Nippou-Honsen.
In der Grundschule war ich täglich unterwegs mit Freunden oder zum Kendo-Training. Auch habe ich den Nr. 1 Sport in Japan, Baseball betrieben. Unser Baseball-Team war immer sehr stark bei den Wettkämpfen. Es gab ein merkwürdiges Denkmal von Tojo Hideki (東条 英機), Minister Präsident und General im 2. Weltkrieg, an der Einfahrt zu meiner Grundschule. Es ist ein sehr großes Steinmauerwerk und sollte mindest ein paar Tonen wiegen. Allerdings weiß ich nicht warum dieses Denkmal noch in der Schule platziert war.
In der Junior-Highschool habe ich Kendo betrieben und war gleichzeitig im Jogging-Club von der Schule. Neben täglichem joggen bin ich oft 5km in etwa 16 Minuten und 50 Sekunden gelaufen.
Erinnerung des Kendo (1978-1984)

Warum ich Kendo angefangen habe, ist es nicht ganz nachfohlziehierbar, aber ich glaube, weil viele meiner Freunde auch mit Kendo angefangen haben. Meine stärkste Erinnerung an des Kendo ist Kangeiko (Winter-Training). Jedem Tag bin ich gegen 5:30 Uhr mit dem Fahrrad ca. 5km zum Dojo gefahren und zwischen 6 und 7 Uhr mit offenen Fenster trainiert. Meine Füße waren eisgefroren, da wir Barfuss auf dem unisolierten Boden und manchmal sogar auf dem Schnee trainiert haben. Oft habe ich nach dem Training meiner Füße in eine Schussel mit normalem Leitungswasser von etwa 10°C reingesteckt und gewartet bis die Füße auftauten. Es hat gejuckt durch das wieder langsam fließende Blut. Im Winter hatte ich immer an den Füßen Risse gehabt.
Vom 31.Dezember auf 1. Januar besuchten wir einen Schrein und wünschen Gesundheit und Erfolg. Es ist eine sehr sentimentale Atomosphäre, in etwa wie die Weihnachtszeit in Deutschland.
Wir sind mit der vollen Kendo-Ausrüstung ca. 5km zum Schrein gelaufen und haben gemeinsam vor dem Gott etwas für uns selbst gewünscht. Ich war ein sehr emotionales Kind und habe mich beim Wettkampf fast tot geweint, da ich nie den 1. Platz bekommen habe. Ich konnte einfach nicht verlieren, habe aber leider immer nur den 3. Platz erreicht.
In 1984 habe ich die Prüfung zum 1. Dan bestanden.
Erinnerung an Kato Sensei (7.Dan Kendo) 1999 gestoben
Kato Sensei war damals schon 51 – 57 Jahre alt und leitete das Privat-Dojo Kyo-Shin-Kann (Zusammen-Motivieren-Dojo). Er hat viele Kinder zwischen 6 und 18 Jahre im Kendo unterrichtet. Wir waren natürlich etwas kleiner und energievoller als er, aber wir sind oft einfach gegen die Wand geflogen oder auf die Schnauze gefallen, wenn man die Konzentration verloren hatte. Er war ein sehr strenger Sensei in Rei und Moral und hat nie halb Sachen gemacht. Nach dem Training war er sehr freundlich und nett, wie ein „normaler“ alter Mann. Wir haben alle starken Willen, Konzentration, Geduld und Reflektion bei ihm gelernt.
Erinnerung des Kyudo im Highschool (1986-1989)
Nach ca. 6 Jahren Kendo-Üben wollte ich unbedingt was Neues anfangen wegen folgender Gründe:
1. Beim Wettkämpfen habe ich immer den 3. Platz bekommen und wollte aus Ehrgeiz eine höhere Platzierung
2. um dieses Ziel zu erreichen wollte ich ein Sportart wählen, welche man erst ab der Highschool anfängt = also gleiche Startbedingungen hat
3. eine Budo-Sportart, bei der nicht nur körperliche, sondern auch geistige Leistung gefragt ist
4. wie im Kendo wollte ich etwas mit Waffen zu tun haben
5. die Vorführungen haben mir gut gefallen.
Wir waren die 5. Generation des Kyudo-Club in der Highschool und ich ware in meinem 2. Jahr Club-Leiter. Unser Dojo war nur ein Stück feld mit einem Sandhügel auf dem Trainingsplatz. es war total abhängig vom Wetter und hatte im Vergleich zu den anderen Highschools miserable Trainingsbedingungen. In den Sommerferien oder kurz vor der Prüfung haben wir im echten Lokal-Dojo geübt, wo andere ältere Sensei’s trainiert haben und sind täglich mit dem Fahrrat ca. 45 Minuten dorthin gefahren.
Fast täglich Montag bis Freitag haben wir morgens eine Stunde, in der Mittagspause eine halbe Stunde, Abends 3-4 Stunden mit über 100 Pfeile geschossen. Leider war unsere Kyudo-Lehrer sehr beschäftigt und konnte nur beim Wettkampf kommen. Ab unserer Generation haben wir immer gute Ergebnisse beim Lokalwettkämpfe gehabt und kamen im Einzel und mit der Mannschaft zum Präfektur-Wettkampf (wie Landeswettkampf in Deutschland). Eine Generation später haben wir endlich beim Nationalwettkampf teilgenommen. Nach zwei Jahren haben wir endlich einen Holzboden ohne Dach auf dem Feld bekommen.
Mittlerweile steht ein schönes Dojo in der Highschool, aber leider gibt es keine gute Ergebnisse mehr beim Wettkampf, laut Aussage des Kyudo-Lehrers. Ich habe mit anderen zusammen eine fast 2-jähige schöne Übungszeit bis April 1988 gehabt. In der letzten 4 Monate habe ich mit „Hayake“ (man schießt ab, bevor den Vollauszug erreicht ist) gekämpft. Insgesamt habe ich ca. 30.000 Schuß pro Jahr mit über 90% Trefferquote gehabt. Nach 10 Jahren Pause habe ich in Deutschland wieder mit dem Kyudo angefangen.
Erinnerung der Universitätszeit (1989-1994)

In Japan muß man eine Prüfung für die Zulassung zur Uni bestehen. Deshalb bin ich nach Tokyo mit dem Zug gefahren. Als der Shinkansen (japanischer ICE) im Bahnhof von Tokyo ankam, habe ich fast einen Kulturschock bekommen. Im Vergleich zu meiner Heimat Yukuhashi ist Tokyo einfach gigantisch und es gibt mehr Menschen, als ich mir je im Leben vorstellen konnte, owohl ich mehrfach im Fernsehen Berichte gesehen hatte.
Kokubunji-Shi ist ca. 30 Minuten mit dem Zug westlich von Shinjyuku. Dort habe ich meine Unizeit verbracht. In der Unizeit habe ich Wirtschaft & Marketing studiert und dem Shoken-Kenkyukai angehört, wo man eigentlich Börsen- oder Währungssysteme erlernt. Der Grund warum ich dies geschrieben habe ist, weil wir viel Zeit nicht nur dafür verbracht haben, sondern viele allgemeine Aktivitäten gemacht haben.
Es gab teilweise militärische bzw. altmodische Regeln, wie man mit älteren oder jungeren Mensche umging. Nach der offiziellen Schulzeit waren wir zweimal pro Woche zum Abendessen bis früh morgens zusammengesessen. Alleine Wohnen in Tokyo ist sehr praktisch, da viele Geschäfte durchgehend geöffnet sind, natürlich auch Sonntags. Ich habe auch einige Zeit ungedreht gelebt, in der Nacht gearbeitet und tagsüber geschlafen. Wenn die Sonne aufging, bin ich ins Bett gegangen, am Nachmittag aufgestanden und wieder zur Arbeit gegangen. Es war sicherlich nicht sehr gut für meine Gesundheit, aber jetzt ist mir die Zeit als schöne Erinnerung geblieben.
Da ich mich während der ersten und der zweiten Unizeit nicht so viel auf das Studium konzentriert habe (ich war mehr außerhalb der Uni aktiv, wie zum Beispiel bei Teilzeitarbeiten), musste ich die letzten 2 Jahre sehr viel lernen. Allerdings habe ich beide Jahre, vor und nach dem Working Holiday in Kanada, extrem unterschiedlich erlebt.
Erinnerung in Kanada (1990-1991)

Im 3. Jahr an der Uni habe ich ein Jahr Pause gemacht welches ich in Kanada verbrachte.
Es gibt ein Programm mit Namen „Working Holiday“ zwischen Japan und Kanada. Man erhält eine einjährige Aufenthaltsgenehmigung und kann dort frei arbeiten und reisen. Es war das erste Mal, dass ich ins Ausland gereist und mit einem Flugzeug geflogen bin. Als ich im Flughafen in Vancouver angekommen war, habe ich das erst Problem bekommen, weil ich mein Paß nicht mehr gefunden habe. Ich musste ca. eine Stunden im Wartezimmer vor der Immigration warten, bis die Putzleute im Flugzeug mein Paß gefunden hatten. Anschließend habe ich bemerkt, daß ich mit meinem gelernten Englisch nicht kommunikationsfähig war. Außer lesen und schreiben haben wir in der Junior- und Highschool-Zeit nur „Japanisch-Englisch“ gelernt. Ich war zwischen Mai und Oktober, Februar und März in Vancouver, zwischen November und Januar in Winnipeg, wo es sehr viel schneit und es sehr kalt ist. Einmal war ich nur im T-Shirt im Schnee unterwegs und habe hinterher erfahren, dass eine Außentemperatur von -25°C herrschte. Da die Luft sehr trocken ist fühlt es sich unter der Sonne sehr warm an. Meine stärkste Erinnerung an Kanada waren die frische Fische und überdimensionierte, aber sehr ruhige Landschaften. Außer meiner Teilzeitarbeit habe ich oft im Fitnessstudio trainiert und war super Gesund.
Arbeit in Japan (1994-1995)
Nach der Unizeit wurde ich bei der Firma Sanko Trading Co. Ltd. angestellt, die industrielle Materialen und Maschinen ins Ausland exportiert und Textilen aus dem Ausland importiert. Diese Firma ist von Otemachi nach Shin-Nihonbashi umgezogen und hat den Firmennamen in Sanko International Co. Ltd. umgeändert. Was mich stark an Tokyo erinnere ist der „Saringiftgas-Anschlag“. Am 8.März 1995 war ich um 7:00 mit im Zug nach Shin-Nihonbashi zur Arbeit gefahren. Als ich fast dort war, habe ich eine Nachricht über eine Verspätung der anderen U-Bahn-Linien gehört. Mein Zug war fast pünktlich, aber total voll gegen 8:30 Uhr in Shin-Nihonbashi angekommen. Kurz danach habe ich überall Sirenen von Polizei und Feuerwehr in den Strassen gehört. Bis Mittags wusste ich nicht was in der U-Bahn passiert war. Es war die berühmte Saringiftgas-Attacke in Tokyo. Dieses Giftgas wurde gegen 8 Uhr in allen U-Bahn Linien, die an den Stationen Kasumigaseki und Nagatacho vorbei fahren verteilt. Viele Menschen wurden verletzt. Zum Glück war meine U-Bahn die Hanzomon-Linie nicht über diese Bahnhof gefahren. An diesem Abend haben wir extra bis spät in die Nacht in der Stadt Tokyo Bier getrunken, weil wir nicht mit dem vergifteten Zug nach Hause fahren wollten. Nach ca. einem Jahr wurde ich nach Osaka geschickt wegen einer Jobrotation.
Erinnerung in Osaka (1995-1997)

Juni in 1995 bin ich von Tokyo nach Osaka umgezogen. Da es extrem kurzfristig war, musste ich alles innerhalb einer Woche organisieren, von der Wohnungssuche, dem Umzug usw. Die neue Wohnung war in Neyagawashi, ca. 20 Minuten Fahrzeit westlich von Osaka mit der Keihan-Line. Im September habe ich meine deutsche Frau geheiratet. Ich war super begeistert von den Besuchern zur Hochzeitsparty, die aus meiner Heimat, aus Tokyo und auch aus Deutschland gekommen sind. Nach 2 Jahre, am 19. Januar 1997 sind wir zusammen nach Deutschland umgezogen, um bei der Firma von meinem Schwiegervater zu arbeiten.
Erinnerung an Eppstein (1997-2003)
Die Burgstadt Eppstein liegt im Taunus-Gebiet ca. 20km Nordwest von Frankfurt und ist mit dem Zug in 30 Minuten in Frankfurt erreichbar. Früher kamen viele Leute aus Frankfurt nach Eppstein, um Apfelwein zu trinken. Aus diesem Grund sieht man heute noch viele ungenutzte Speicherhöhlen.
Die Hauptstraße in Deutschland führt oft um die alte Stadt und deswegen ist es sehr leise und gemütlich auf dem traditionellen Kopfsteinpflaster zu laufen. Als ich Volkslauf mit der Strecke vom alten Deutschen Meile (ca. 7,42 km) teilgenommen habe, habe ich zwischen Geburtsjahr und Jahrgang verwechselt und dadurch hatte ich die Rekordzeit von 70er Jahrgang aufgestellt.(später wurde es korrigiert)
Ein Jahr später nach dem Umzug wurde meine Tochter Naomi geborgen. Ende 1997 hatte ich zufällig eine Kyudo-Demonstration beim Budo-Fest gesehen. Seit dem übe ich Kyudo nach mehr als 10 Jahre Pause.
Erinnerung an Ruppertshain (2004-2010)
Die Stadt Ruppertshain liegt auch im Taunus-Gebiet auf dem Berg in der Hanglage, wo der Freiblick nach Skyline Frankfurt und das Flughafen genießen kann und rundum am Wald angegrenzt ist. Das Gebäudekomplex heißt der Zauberberg und wurde früher als Lungenklinikum genutzt und wird als Wohnungen, Atelier von Künstler, Arztpraxis und kreative Büros genutzt.
Morgenfrüh wenn der Temperatur sinkt, erscheint Nebelwolke bzw. Nebelmeer je nach Lichtverhältnis. Im unteren Dorf gibt es nur zwei Bäckerei und Kiosk und deswegen braucht man immer mit dem Auto Einkauf zu fahren.
In der Nachbarstadt Königstein gibt es eine Heilquelle, wo frei angezapft werden kann. Seit 2002 unterrichte ich Kyudo in Kyudojo Frankfurt mit Try and Error.
Erinnerung an Mettmann (2010-2012)
Die Neandertal-Stadt Mettmann liegt westlich in 20 Zugminuten von Düsseldorf im bergischen Land. Wie der Stadtname gibt es ein Museum über Menschen-Entstehende Geschichte. Erstmal nach Innenstadt umgezogen, wo direkt am historischen und moderne Markt angegrenzt ist. Die Stadt ist sehr kompakt, aber überall in wenigen Schritten erreichbar. Das schmalste Fachhaus wurde in 1648 gebaut und 4 stockig vom historischen Markt und 6 stockig vom Jubiläumsplatz gesehen. Aus diesem Grund läuft man ständig auf der Treppe hoch und unter wenn man zuhause ist. So wurde das Haus nun „Fitnisshaus“ genannt. Direkt nach dem Umzug gab es keine Möglichkeit zu kochen, aber es gab den historischen Weihnachtsmarkt vor der Tür und ich konnte Ernährung dort bekommen.
Eindruck über Waldniel (2012-)
Waldniel befindet von der Stadt Mettmann gesehen über Rhein nach Westen an der Niederländischen Grenze, wo bis jetzt niedrigste Meereshöhe in Deutschland ist. Rundum gibt es Bäche, Seen und Sumpfgebiet, welches als Erholungsgebiet bekannt ist.
Auf der anderen Seite ist es verkehrsgünstig (Bushaltestelle direkt vor dem Haus) und ideale Einkaufsmöglichkeiten (vier Supermäkte innerhalb 200m). So gesehen hat die Stadt zwischen Natur und Lebensqualität eine gute Balance.
Wir geniessen auch die Einkaufsmöglichkeit am Sonntag in den Niederlande (Outlet und Altstadt in Roermond).
Das gebiettypisches Backstein-Haus wurde in 1892 gebaut und innen komplett mit Lehmputz ausgestattet. Zurzeit ist eigene Dojo-Bau im Garten in der Planung.